Wie die LINEG von internationalen HSRW-Studierenden profitiert – und warum davon die ganze Region gewinnt

Ein STAY2GROW Erfolgsbericht


Sie ist erst seit sieben Monaten in Deutschland – und hat doch schon einen klaren Plan für ihre Zukunft: Dilshad Arza Mim, 22 Jahre alt, studiert International Business Administration an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in Kamp-Lintfort. Später möchte sie im Bereich Human Resources oder Projektmanagement arbeiten und sich langfristig in Deutschland eine berufliche Zukunft aufbauen.

Seit August 2026 absolviert sie ein Praktikum bei der LINEG. Dass es dazu kam, ist auch ein Erfolg von STAY2GROW. Denn Dilshads Geschichte zeigt beispielhaft, welches Potenzial internationale Studierende für Unternehmen in der wir4-Region bieten – wenn beide Seiten miteinander in Kontakt kommen.

Von Bangladesch nach Kamp-Lintfort

Vor ihrem Studium in Deutschland hatte Dilshad bereits ein Studium in ihrer Heimat Bangladesch abgeschlossen. Ein Deutschlandstipendium ermöglichte ihr den Neustart in Kamp-Lintfort.

Für Dilshad ist ihr Leben in Deutschland dennoch weit mehr als ein Auslandsstudium: „Ich liebe Deutschland. Hier ist es sicher. Ich kann frei und selbstbestimmt leben und mich bilden“, erzählt sie. In Deutschland sei sie selbstbewusster geworden und könne stärker für sich selbst einstehen. Auch sprachlich hat sie sich in kürzester Zeit beeindruckend entwickelt. Zusätzlich zu den Deutschkursen der HSRW besucht sie auf eigene Kosten die Volkshochschule.

Ihr Ziel ist klar: Sie möchte in Deutschland bleiben und arbeiten – am allerliebsten in der wir4-Region.

Der erste Schritt in den Arbeitsmarkt

Der Einstieg in die deutsche Arbeitswelt war jedoch zunächst schwierig. Trotz zahlreicher Bewerbungen fand Dilshad keinen Praktikumsplatz. Dann wandte sie sich an STAY2GROW. Das Projekt bringt internationale Studierende der HSRW mit Unternehmen und weiteren Akteuren der wir4-Region zusammen.

Bei einem Treffen des neu gegründeten Unternehmernetzwerks für Internationale Fachkräfte stellte das STAY2GROW-Team Dilshads Anliegen den anwesenden Unternehmensvertreterinnen und -vertretern vor. LINEG-Personaler Kai Köstermann lud sie daraufhin zu einem persönlichen Gespräch ein. Heute ist er von seiner neuen Praktikantin begeistert: „Sie ist sehr ehrgeizig und zielstrebig, dabei gleichzeitig aber auch sehr umsichtig und feinfühlig.“ Besonders beeindruckt ihn ihre Motivation: Denn in den wenigen Wochen Praktikumszeit habe die 22-Jährige bereits enorm viel dazu gelernt. „Dilshad ist in einer Art und Weise motiviert, die wir bei jungen Menschen in Ihrem Alter eher selten beobachten können.“ Die LINEG hat bereits seit Jahren gute Erfahrungen damit gemacht, internationale HSRW-Studierende für Praktika und Studierendenjobs einzusetzen und ihnen anschließend auch langfristig berufliche Perspektiven zu bieten. Auch bei Dilshad denkt Köstermann bereits weiter: „Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn sie für ihr später noch anstehendes sechsmonatiges Pflichtpraktikum im Rahmen ihres Studiums wieder zu uns kommen würde.“

Ein Gewinn für die Unternehmen und die gesamte wir4-Region

Das Beispiel der LINEG zeigt: Für Unternehmen der wir4-Region eröffnet sich durch die den HSRW-Campus in Kamp-Lintfort ein großes Potenzial. Internationale Studierende bringen neben den im Studium erworbenen fachliche Qualifikationen und ihrer Mehrsprachigkeit auch interkulturelle Kompetenzen und vor allem internationale Perspektiven mit. Gleichzeitig bieten Praktika und Studierendenjobs Unternehmen die Möglichkeit, potenzielle zukünftige Mitarbeitende frühzeitig kennenzulernen und passgenau in relevante Unternehmensbereiche einzuarbeiten. Aus einem Praktikum kann ein Studierendenjob werden, daraus eine Abschlussarbeit und schließlich ein festes Arbeitsverhältnis. So wird aus einem internationalen Talent Schritt für Schritt eine regionale Fachkraft.

Ihre Geschichte macht deutlich: Fachkräftesicherung beginnt nicht erst mit einem festen Arbeitsvertrag. Sie beginnt damit, internationale Talente hier vor Ort zu erreichen und sie frühzeitig in Unternehmensabläufe miteinzubinden, um ihnen so auch langfristig echte Perspektiven zu bieten. Die Geschichte von Dilshad und der LINEG zeigt, was daraus entstehen kann“, betont wir4-Geschäftsführerin Beate Träm, die sich auch federführend für das Projekt STAY2GROW verantwortlich zeichnet: „Ein Unternehmen entdeckt ein motiviertes Talent. Eine Studentin erhält ihre Chance. Und die Region gewinnt die Perspektive auf eine zukünftige Fachkraft.“

Genau solche Verbindungen wolle STAY2GROW schaffen,“ so Träm weiter, „damit aus dem ‚Studieren in Kamp-Lintfort‘ möglichst oft auch ein ‚Arbeiten und Leben in der wir4-Region‘ wird“.