Das Projekt STAY2GROW stellt die Bedürfnisse der internationalen Studierenden der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) am Campus Kamp-Lintfort und deren Integration in Stadtgesellschaft und Wirtschaft in den Mittelpunkt. So war es für uns nicht nur sinnhaft, sondern auch zielführend, die Studierenden der HSRW auch selbst unmittelbar in die Maßnahmenentwicklung für STAY2GROW miteinzubeziehen.
In einem Interdisziplinären Projekt (IP) kamen Studierende unterschiedlichen Semesters und Studienfachs zusammen, um in drei Projektgruppen zu erarbeiten, wo genau Barrieren und Herausforderungen im beruflichen und privaten Alltag liegen und wie man diese beseitigen bzw. Studierende in der Bewältigung dieser unterstützen kann.
Die für den Research zuständige Studierenden-Gruppe befragte zum Beispiel im Research-Prozess hiesige Unternehmen, Vereine und internationale Studierende zu ihren Bedürfnissen und Problemen. Unternehmen und Vereine ist grundsätzlich sehr daran gelegen, internationale Studierende als Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter bzw. Mitglieder zu gewinnen. Jedoch fehlt es an entsprechenden Strukturen, in Kontakt mit Studierenden zu kommen. Studierende berichteten zudem von Schwierigkeiten bei Wohnungssuche, Jobsuche und Integration. Das zentrale Problem sei aus ihrer Wahrnehmung heraus auch, das Fehlen von direkten Ansprechpartnern und zentralen Kommunikationswegen.
Eine weitere Studierenden-Gruppe befasste sich mit der Umsetzung eines Language Cafés an der Hochschule. Hierbei handelt es sich um ein informelles Sprachlernformat ohne klassischen Unterricht. Es konzentriert sich auf die deutsche Alltagssprache und beruflichen Austausch. Ziel dabei ist, den Studierenden Selbstvertrauen zu vermitteln, indem sie soziale Kontakte knüpfen und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse gemeinsam verbessern. Dieses informelle Lernen erwies sich als besonders effektiv, da die Hemmschwelle, Deutsch miteinander zu sprechen viel niedriger ist, wenn alle sprichwörtlich im selben Boot – ergo Café – sitzen.
Die dritte Studierendengruppe engagierte sich ehrenamtlich im Tierheim, etwa beim Ausführen von Hunden. Dies förderte ebenfalls die sozialen Kontakte untereinander, aber auch zur Stadtbevölkerung. Neben dem Ziel der regionalen Integration stand hier auch das mentale Wohlbefinden der Studierenden im Fokus.
Nach intensiver Arbeit durch das Wintersemester 2025/2026 konnten die Studierenden im Februar 2026 ihren Abschlussbericht vorlegen. Hier die zentralen Aussagen aus dem Report:
Wichtige Erkenntnisse
Alle Beteiligten sind offen für Zusammenarbeit, jedoch fehlen zentrale Strukturen und bekannte, zentrale Kommunikationswege.
Informelle und praxisnahe Angebote sind besonders wirksam.
Persönliche Begegnungen fördern Integration stärker als formelle Programme.
Weitere Erkenntnisse:
Viele internationale Studierende fühlen sich einsam. Gründe sind fehlende Netzwerke, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede.
Soziale Aktivitäten und Gemeinschaft sind entscheidend, um Integration zu verbessern.
Zentrale Empfehlungen:
Empfohlen wird eine zentrale Koordinationsstelle, verbesserte Sprachförderung, stärkere Vernetzung zwischen Akteuren sowie niedrigschwellige Angebote.
Zudem sollten strukturelle Probleme wie Wohnraum und Arbeitsmarktzugang verbessert werden.
Fazit:
Es besteht großes Potenzial, internationale Studierende in der Region zu halten. Dieses wird jedoch durch fehlende Strukturen nicht ausgeschöpft. Der Schlüssel liegt in sozialer Integration, praktischer Erfahrungen und besseren Verbindungen zwischen Menschen.
Die Ergebnisse aus dem IP-Projekt stützen in vollem Maße die Zielrichtung von STAY2GROW. Der Input aus dem Projekt fließt nun die weitere Maßnahmenentwicklung mit ein. Auch über das IP-Projekt hinaus bleibt der Dialog mit den Studierenden absolut entscheidend für den Erfolg unserer Maßnahmen. Gemeinsam geht es weiter.